Bronzezeitliche Pfeilspitze von Mörigen aus Meteorit gefertigt

Medienmitteilung

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Pfeilspitze von Mörigen
Die Pfeilspitze aus meteoritischem Eisen von Mörigen. Sammlung Bernisches Historisches Museum. zvg/Thomas Schüpbach

In einer interdisziplinären Studie des Naturhistorischen Museums Bern konnten Forschende nachweisen, dass eine bronzezeitliche Pfeilspitze aus dem Bernischen Historischen Museum, gefunden in Mörigen am Bielersee, aus meteoritischem Eisen hergestellt wurde. Der verwendete Meteorit entspricht nicht dem nahen Twannberg-Eisenmeteorit, sondern stammt am ehesten aus Estland. Der Nachweis einer so frühen Verwendung von meteoritischem Eisen ist extrem selten.

Sie ist 39 Millimeter lang und 2,9 Gramm schwer: Im Februar 2021 wurde im Bernischen Historischen Museum eine Pfeilspitze aus Eisen identifiziert, die aus einer bronzezeitlichen Pfahlbaustation bei Mörigen am Bielersee (900-800 v. Chr.) stammt und im 19. Jahrhundert bei Ausgrabungen gefunden wurde. Die Fundstelle liegt nur wenige Kilometer vom Streufeld des sogenannten Twannberg-Meteoriten entfernt. Um das unersetzliche historische Artefakt nicht zu beschädigen, musste bei der Analyse auf zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden zurückgegriffen werden. Eine detaillierte interdisziplinäre Untersuchung der Pfeilspitze konnte zweifelfrei bestätigen, dass sie aus meteoritischem Eisen hergestellt wurde. Archäologische Objekte aus meteoritischem Eisen sind extrem selten. In ganz Eurasien und Afrika sind nur 55 solche Objekte bekannt, diese stammen von 22 verschiedenen Fundstellen.

Die Untersuchungen zeigen eindeutig, dass es sich um ein Stück Eisenmeteorit handelt – überraschenderweise jedoch nicht vom nahen Twannberg-Streufeld! Mit rund 8.3 Prozent Nickel ist der Gehalt dieses Elementes in der Pfeilspitze fast doppelt so hoch wie im Twannberg-Meteorit. Ein hoher Germanium-Gehalt zeigt ausserdem, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Meteoriten des Typs IAB handelt. Weiter konnte gezeigt werden, dass die eher niedrige Konzentration von Aluminium-26 darauf hindeutet, dass die Probe aus dem Innern eines Meteoriten stammt, der ursprünglich eine Masse von mindestens zwei Tonnen hatte.

Vom 1. Februar 2024 bis am 21. April 2025 wird die Pfeilspitze im Rahmen der Sonderausstellung «Und dann kam Bronze!» im Bernischen Historischen Museum zu sehen sein.