Historische Besucherzahlen im Naturhistorischen Museum Bern

Medienmitteilung

To what's on
Grosse und kleine Gäste in der Sonderausstellung «T. rex - Kennen wir uns»
Die Sonderausstellung «T. rex - Kennen wir uns?» ist ein Besuchermagnet für Gross und Klein. NMBE/Schäublin

Im 2019 verbuchte das Naturhistorische Museum Bern über 190’000 Gäste, so viel wie noch nie in der über 180-jährigen Geschichte unseres Hauses. Und auch sonst blickt die Institution der Burgergemeinde Bern auf ein äusserst erfolgreiches Jahr zurück.

Mit 192'800 Eintritten erreicht das Naturhistorische Museum Bern die höchsten Besucherzahlen seit seiner Gründung 1832. Das übertrifft den alten Rekord von 2016 (130'762) bei weitem und überschreitet zum neunten Mal in Folge die in der Schweizer Museumswelt magische Grenze von 100'000 Eintritten. Die Eintritte setzen sich wie folgt zusammen: Ausstellungsbesuche über die Kasse machen 158’320 aus, an Veranstaltungen (z.B. Museumsnacht und Führungen hinter die Kulissen) zählten wir 34’480 Besucherinnen und Besucher. Im Vergleich zum Vorjahr (2018: 129'900) entspricht dies 48 Prozent Steigerung.

Höhepunkte von 2019

Ein Grund für diese sensationellen Besucherzahlen ist sicherlich die Sonderausstellung «T. rex – Kennen wir uns?», welche einen Besuchermagnet sondergleichen darstellt: Seit seiner Eröffnung Mitte September verbuchten wir fantastische 81'600 Eintritte für diese faszinierende Schau. Die Sonderausstellung mit den 15 lebensechten Dinosaurier-Nachbildungen stammt aus dem Natural History Museum London und wurde von unserem Museum adaptiert. Ein breites Rahmenprogramm begleitete die spektakuläre Schau: Sowohl der Familientag wie auch die Museumsnacht standen unter dem Zeichen der Dinos, es gab Familienführungen und spezielle Workshops für Schulklassen. Auch hier verbuchen wir einen neuen Rekord: 1300 Schulklassen besuchten unser Museum 2019. Zudem eröffnete unser Museum eine kleine Wechselausstellung «Zum Greifen nah – ein Stück vom Mond». Dies geschah im Rahmen des Festivals «Bern im All», welches die Universität in Kooperation mit diversen Kulturinstitutionen Berns anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Mondlandung veranstaltete. Zu diesem besonderen Anlass durften unsere Gäste einen Mondmeteoriten anfassen.

Auch im Bereich der Veranstaltungen blicken wir auf ein erfolgreiches und vielseitiges Jahr zurück: Mit «Dullins Tiershow» setzte das Museum frische Akzente. Das neue Bühnenformat mit Performer Johannes Dullin, Musikerin Christine Hasler und dem virtuosen Illustrator Kleon Medugorac nahm sich in jeder Folge einer neuen Tierart an –  schwer wissenschaftlich und aufreizend leichtfüssig. Ein weiterer unkonventioneller Paarlauf war die Rahmenveranstaltung der Ausstellung «Weltuntergang», wo sich Sprecherin Katharina Lienhard, Zauberer Lionel Dellberg und Wissenschaftler Christian Kropf auf zauberhafte Weise der Apokalypse widmeten. Mit der Podiumsdiskussion «Insektensterben – Sind wir dem Untergang geweiht?» greift das Museum ein hochaktuelles Thema auf und ermöglicht den niederschwelligen Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Den krönenden Abschluss des Museumsjahres bot die stadtbekannte «Bar der toten Tiere». Rund 5000 Gäste genossen in der Altjahreswoche diesen einzigartigen Anlass. Exquisite Cocktails, eine Bar im Lift, DJs inklusive Mini-Rave an geheimer Location und all das inmitten der einzigartigen Atmosphäre unserer Dauerausstellung «Tiere der Schweiz» - sowas gibt’s fast nirgends. Einen fulminanten Abschluss bot, wie jedes Jahr, der Tiermaskenball, begleitet von einem Auftritt der berühmt-berüchtigten Quasiband «Trampeltier of Love».

Ausblick auf 2020: Geschlechterneutrale Toiletten, Installation im «Weltuntergang» und neue Schausammlung

Das «WC für alle» wird ab Januar 2020 eröffnet. Die Anlage beim Eingang steht allen Menschen offen, Frauen, Männern, trans, intergeschlechtlichen und nicht binären Personen und auch allen Menschen, für die es keine Kategorien gibt. Besuchende, die lieber ein geschlechtergetrenntes WC benutzen möchten, finden solche auf allen restlichen Etagen. Das Gastronomiegesetz schreibt ohnehin vor, dass die Mehrzahl der Toiletten nach Geschlechtern getrennt sein sollte.  Die Diskriminierung von queeren Menschen ist eine Realität. Menschen, die zwischen den Geschlechtern stehen, werden oft ignoriert, sei es bei Formularen oder eben Toiletten. Das Naturhistorische Museum Bern will hier ein kleines Zeichen der Akzeptanz setzen – als eine der ersten öffentlichen Institutionen in Bern. Im Februar 2021 eröffnet das Museum die Sonderausstellung «Queer im Tier» (Arbeitstitel), welche die Vielfalt der Geschlechter und sexueller Ausrichtung in Natur und Gesellschaft thematisiert.

Der siebte und letzte Raum unserer Ausstellung «Weltuntergang – Ende ohne Ende» trägt den Titel «Das offene Ende». Hierbei wird jedes Jahr eine neue Künstlerin oder ein neuer Künstler eingeladen, den Raum aufs Neue zu bespielen und damit einen spezifischen Schlusspunkt zu setzen. Ab dem 22. Februar 2020 versucht die Installation «Resurrecting the Sublime» einen bereits geschehenen Untergang wieder rückgängig zu machen. Die Künstlerinnen Alexandra Daisy Ginsberg, Sissel Tolaas und Christina Agapakis rekonstruieren Geruchsmoleküle ausgestorbener Pflanzen. In einem «Duftdiorama» können die Museumsgäste somit den Duft einer Pflanze kennenlernen, die es tatsächlich nicht mehr gibt.

Ein weiteres grosses Highlight erwartet uns im Herbst:  Die Eröffnung der neuen Schausammlung unserer Nasspräparate ermöglicht einen einmaligen und faszinierenden Einblick in unsere Sammlung.

Vielfalt zu Hause und in der weiten Welt: Forschung am Naturhistorischen Museum

Der Wissenschaftsbereich des Naturhistorischen Museums Bern ist stark mit der Forschungswelt verflochten und in diversen Projekten mit den unterschiedlichsten Institutionen beteiligt, sowohl international wie auch direkt vor der eigenen Haustüre.

Höhepunkte 2019: Kleine Säugetiere und grosse Meteoriten

Unser Museum beteiligte sich massgeblich beim neuen Säugetieratlas der Schweiz und Liechtensteins im Rahmen des Projekten «Zeig mir deine Maus, Katze!». Der Jagdinstinkt der Katzen – und die Mithilfe vieler Katzenhalterinnen und -halter – wurde genutzt, um mehr über Vorkommen und Verbreitung von kleinen Säugetierarten in der Schweiz zu erfahren. Insgesamt konnten 759 Exemplaren von 23 Arten bestimmt werden.

Die Ausstellung «Paul Klee. Tierisches» widmete sich dem komplizierten Verhältnis von Mensch und Tier. Insgesamt 35 Objekte aus unserer wissenschaftlichen Sammlung wurden zusammen mit den Kunstwerken von Paul Klee im Zentrum Paul Klee ausgestellt.

Das letzte Jahr bezeichnete auch einen Meilenstein für die Schweizer Weichtiere: In Zusammenarbeit mit dem CSCF Neuchâtel veröffentlichte unser Museum einen digitalen Bestimmungsschlüssel, den ersten seiner Art im deutschsprachigen Raum. Dank diesem können nun alle Schweizer Schnecken und Muscheln schnell und einfach bestimmt werden.

2019 war auch ein Jahr der besonderen Ehrungen: Einerseits erhielt unser Museum den Mont-Terri Award dank der wichtigen Unterstützung des Mont Terri Projektes im Kanton Jura. Zugleich wurde die wertvolle Arbeit am World Spider Catalog mit dem Bonnet-Award der International Society of Arachnology ausgezeichnet.

Auch im Rahmen des Projektes «Twannberg Meteoritenstreufeld» wurden grosse Erfolge verbucht: Eine Rekordzahl an Meteoriten (242) wurde aus dem Twannbach geborgen, darunter das bisher grösste Exemplar mit rund 1.2kg Gewicht.

Ausblick Forschung 2020: Rückführungen und Forschungsexpeditionen

Im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes «Meteorite Accumulations of Arabia» werden seit 2001 Feldkampagnen durchgeführt. Die gefundenen Meteoriten werden an unserem Museum untersucht und aufbewahrt, befinden sich jedoch immer im Besitz des Sultanats Oman. Im Januar 2020 werden nun erstmals Meteoriten wieder zurückgeführt und zeigen so unseren umsichtigen internationalen Umgang in Bezug auf naturwissenschaftliche Objekte.

Die Stadt Bern lanciert im 2020 das Themenjahr «Natur braucht Stadt - mehr Biodiversität in Bern». Unser Museum ist Partner dieses Projekt und unterstützt es besonders mit seiner Expertise im Bereich der schweizerischen Artenvielfalt.

Auch im 2020 treibt es unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wieder auf Forschungsexpeditionen, so unter anderem nach Borneo und in die Mongolei.