haarsträubend (20. Oktober 2006 – 1. Juli 2007)

Naturhistorisches Museum Bern

nmbe/Schäublin

Ob Furcht, Aggression oder Zuneigung: Tiere kommunizieren mit ihrem ganzen Körper. Sie gehen dabei unkompliziert und effizient vor. Denn meist ist es lebenswichtig, dass sie richtig verstanden werden. Ohne Balzverhalten (und die Antwort darauf) keine Nachkommen, ohne Warnsignale Tod und Verderben. Daher ziehen sie alle Register, die einem Lebewesen zur Verfügung stehen.

Haut oder Fell spielen eine Rolle. Körperhaltungen und Bewegungen sprechen Bände. Ganz zu schweigen von den Geräuschen und Düften. Die Palette der Signale ist so breit wie erstaunlich. Mindestens für uns Menschen. Oder wussten Sie vielleicht, dass das Sumatra-Nashorn mit Horn und Zunge Knoten als Markierungen ins Schilf bindet? Oder dass der Pottwal in der Arktis einen anderen Dialekt spricht (oder besser: singt) als sein Artgenosse in der Südsee?

Tiere lassen uns Menschen nicht kalt. Von der leidenschaftlichen Vergötterung des «Büsis» über den instinktiven Ekel vor Schlangen und Spinnen bis zur um sich greifenden Furcht vor bissigen Kampfhunden: Der Umgang mit Tieren ist geprägt von Emotionen; aber auch von Vorurteilen und Missverständnissen. Wie können wir die Signale deuten, und können wir dies überhaupt?

Man sagt vom Heiligen Franz von Assisi, von Tarzan und von den Schamanen, dass ihnen die Tiersprache geläufig war und ist. Normalsterbliche verstehen die unglaubliche Vielfalt der Tiersprache(n) höchstens annäherungsweise. Wir geben Ihnen Gelegenheit dazu.

Die Ausstellung «haarsträubend» gibt einen Einblick in die Kommunikation zwischen Tieren und zwischen Mensch und Tier. Sie eröffnet ein weites Feld voller eindrücklicher bis skurriler Phänomene. Und sie zeigt: Kommunikation ist eine unverzichtbare Grundlage des Lebens, für uns Menschen wie für die Tiere. So bunt wie das Leben, so vielfältig sind die Phänomene und so exotisch die Formen der Kommunikation.

Tauchen Sie ein in die Ausstellung «haarsträubend» und lernen Sie die Sprache der Tiere kennen. Dass Sie danach zum Pferdeflüsterer werden, ist aber eher unwahrscheinlich…